<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom">
    <channel>
        <title>ACHTELTON #07 | MICHAEL MARIA ZIFFELS_ sink (think) | UA 2024 | Julia Rinderle, Oscar Marin-Reyes</title>
        <link>https://fair.tube/videos/watch/c889306e-1835-4db5-98ca-bd64f4244803</link>
        <description>Live-Mitschnitt der Uraufführung im Kulturzentrum VERDO, Hitzacker (Elbe) Das Gedicht »sink (think)« von Ulrike Draesner aus dem Band DOGGERLAND beschäftigt sich mit den Themen Veränderung, Verlust und Erinnerung an vergangene Welten. Hier eine detaillierte Analyse: Form und Aufbau Das Gedicht ist in freien Versen geschrieben und verzichtet auf eine strenge Reimform oder metrische Struktur. Diese Freiheit in der Form verstärkt das Gefühl der Auflösung und des Verlustes, das im Gedicht thematisiert wird. Der Titel „sink (think)“ verweist auf den Zusammenhang von Denken und Untergang bzw. Versinken, der sowohl metaphorisch als auch thematisch den roten Faden des Gedichts bildet. Durch die Verwendung von Klammern und Kursivierungen („slinking“) betont Draesner die Doppelbedeutung und die fließenden Übergänge zwischen den Zuständen. Thema und Inhalt Das Gedicht beginnt mit den Worten „fresse wechsel laufe wind“, die eine wilde, fast animalische Energie suggerieren. Es wird eine Welt im Übergang beschrieben, in der sich Naturkräfte und Lebewesen bewegen und verändern. Es ist eine Bewegung „aus unserer Welt“, d.h. aus der gegenwärtigen, uns vertrauten Welt in eine andere, „an die wir uns erinnern, in der wir vergangen sind“. Diese Welt ist eine Erinnerung, eine vergangene Zeit, die nicht mehr greifbar ist. Der Ausdruck „in der wir vergingen“ deutet an, dass diese Welt bereits untergegangen ist und mit ihr die menschliche Präsenz in dieser Vergangenheit. Im mittleren Teil des Gedichts werden spezifische Symbole des menschlichen und tierischen Lebens genannt: „zum preis der frettchen der zahmen wölfe des korns des feuers des beils“. Diese Reihe von Symbolen steht für die Zähmung und Domestizierung der Natur und der Tiere („Frettchen“, „zahme Wölfe“) sowie für die ersten menschlichen Errungenschaften wie Landwirtschaft („Korn“) und Technik („Feuer“, „Axt“). Der „Preis“ dafür ist allerdings ein gewisser Verlust an Ursprünglichkeit und Wildheit, der sich in der Gegenwart nicht mehr zurückholen lässt. Erinnerung und Verlust Das Gedicht spielt mit dem Gedanken, dass diese vergangene Welt zwar erinnert wird, aber unerreichbar bleibt. Der „habichtschlitz“, der scharfe, schmale Blick des Habichts, symbolisiert einen Blick in diese ferne Vergangenheit, die der Sprecher „spürt“, aber nicht vollständig erfassen kann. Diese sinnliche Wahrnehmung („dichte ihren duft“) ist intensiv, aber die Unmöglichkeit der Rückkehr bleibt bestehen: „aber kann nicht zurück“. Die Gegenwart ist gekennzeichnet durch einen veränderten Blick und ein verändertes Selbstverständnis: „zu blank mein blick zu aufrecht der gang die zunge überbewegt“. Diese Verse zeigen eine Distanz zur animalischen Ursprünglichkeit; der „aufrechte Gang“ symbolisiert die menschliche Evolution, der „blanke Blick“ könnte auf Rationalität und Entfremdung von der Natur hindeuten. Die „überbewegte Zunge“ könnte für das Übermaß an Sprache und Denken stehen, das die direkte Verbindung zu einer ursprünglichen Welt erschwert. Fazit Ulrike Draesner beschreibt in „sink (think)“ einen Moment der Erinnerung an eine vergangene, urzeitliche Welt, die durch Zivilisation und Fortschritt verloren gegangen ist. Das Gedicht thematisiert den Verlust der Verbindung zur Natur und zu den archaischen Ursprüngen der Menschheit, indem es auf eine Trennung zwischen der gegenwärtigen, rationalen Existenz und der wilden, animalischen Vergangenheit hinweist. Der Titel verweist auf die paradoxe Beziehung zwischen Denken und Versinken - das Denken, das uns von dieser Ursprünglichkeit trennt, aber gleichzeitig den Verlust dieser Welt reflektiert. Abschluss und Symbolik Der Übergang zu „(slinking)“ deutet eine Bewegung an, die schleichend oder versteckt ist, vielleicht ein Versuch, sich dieser verlorenen Welt anzunähern, aber gleichzeitig endet das Gedicht mit „denken genannt sink think“, was die Verbindung zwischen Denken und Versinken thematisiert. Das Denken selbst wird hier als ein Prozess des Versinkens beschrieben, als ob das Nachdenken oder Reflektieren die Rückkehr in diese ursprüngliche Welt verhindern würde.</description>
        <lastBuildDate>Fri, 18 Sep 2026 09:57:38 GMT</lastBuildDate>
        <docs>https://validator.w3.org/feed/docs/rss2.html</docs>
        <generator>PeerTube - https://fair.tube</generator>
        <image>
            <title>ACHTELTON #07 | MICHAEL MARIA ZIFFELS_ sink (think) | UA 2024 | Julia Rinderle, Oscar Marin-Reyes</title>
            <url>https://fair.tube/lazy-static/avatars/cbad4cca-2b1c-411d-869e-5b87a23aec75.png</url>
            <link>https://fair.tube/videos/watch/c889306e-1835-4db5-98ca-bd64f4244803</link>
        </image>
        <copyright>All rights reserved, unless otherwise specified in the terms specified at https://fair.tube/about and potential licenses granted by each content's rightholder.</copyright>
        <atom:link href="https://fair.tube/feeds/video-comments.xml?videoId=c889306e-1835-4db5-98ca-bd64f4244803" rel="self" type="application/rss+xml"/>
    </channel>
</rss>